Offener Brief an OB Geisel

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Wenn Ihnen Klimagerechtigkeit wichtig ist, setzen Sie ein Zeichen!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Thomas Geisel,

wir schreiben Ihnen, weil die Stadt Düsseldorf immer noch 5.675.380 RWE-Aktien hält. Wir fragen uns warum? Gibt es zwischen der Stadt Düsseldorf und RWE eine starke Verbundenheit ? Denken Sie, dass Sie durch den Aktienbesitz bei strategische Entscheidungen von RWE mitbestimmen können ? Glauben Sie, dass RWE in der Zukunft eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen wird ?

Wir haben diesem Schreiben die aktuelle Broschüre von Urgewald e.V. anlässlich der Aktionärsversammlung von RWE am 26.04.2018 beigelegt. Wir möchten Sie bitten diese Broschüre zu lesen und den RWE-Aktienbesitz zu überdenken.

Es gibt einen Punkt, der uns ganz besonders empört. Wussten Sie, dass RWE eine Genehmigung zum Bau und Betrieb eines neuen Braunkohlekraftwerkes am Standort Niederaußem (bei Bergheim) beantragt hat ? Der Bau des Kraftwerkes würde mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten.

Wir sind sehr an ihrer Meinung interessiert und möchten Sie um ein Statement zum Bau von neuen Braunkohlekraftwerken bitten.

Derzeit wird eine Kommission gegründet, die noch in diesem Jahr ein Datum für den Kohleausstieg vorschlagen wird. Der Preis für die CO2-Zertifikate wird stetig steigen, genauso wie der Anteil der Erneuerbaren Energien. Einem Unternehmen wie RWE, stehen harte Zeiten bevor, denn der Kohlestrom lässt sich nicht länger gewinnbringend an der Strombörse verkaufen.

Gehen Sie davon aus, dass RWE zukünftig noch Dividende an die Aktionäre ausschütten kann ?  Bzw. wetten Sie auf einen steigenden RWE-Aktienkurs ?

Wir möchten Sie dazu aufrufen die Spekulation mit den RWE-Aktien zu beenden!

Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass  

 1) die Stadt Düsseldorf endlich alle RWE-Aktien verkauft

 2) ökologische und ethische Kriterien für die kommunalen Investitionen beschlossen
         werden, so dass zukünftig klimaschädliche Investitionen ausgeschlossen werden

 3) alle Anteile an direkten und indirekten Investments (wie Aktien, Mischfonds,
         Unternehmensanleihen) von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen innerhalb der nächsten 5
         Jahre abgestoßen werden

Städte, die mit guten Beispiel vorangegangen sind und das sogenannte „Divestment“ vollzogen haben sind: Münster, Berlin, Stuttgart, Bremen, Leipzig, Göttingen, Oldenburg und Freiburg.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und würde uns über ein Antwortschreiben von Ihnen sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Lange

(Greenpeace Düsseldorf)

PS: Wenn Sie möchten, dann unterschreiben Sie unsere Petition „gegen den Bau von neuen Kohlekraftwerken“ unter:

https://weact.campact.de/petitions/kein-neues-braunkohlekraftwerk-in-nrw

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